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Dr. Karin Kneissl über die neue alte Regionalmacht Iran

Dr. Karin Kneissl, Nahostexpertin, Buchautorin und Gastlektorin, spricht beim Iran Businesstalk am 30.11.2015 über die neue alte Regionalmacht Iran – geopolitische und wirtschaftliche Folgen. Lesen Sie eine Vorschau auf ihre Keynote.

Dr. Karin Kneissl ist unsere Keynote beim Iran Businesstalk am 30.11.2015

Im Jänner 2013, ein halbes Jahr vor der Wahl von Hassan Rohani zum Nachfolger des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmedinedschad, begannen jene direkten Geheimverhandlungen zwischen Vertretern der USA und des Irans im Oman, die im Abkommen vom 24. November 2013 mündeten. Es war also nicht die innenpolitische Veränderung an der Spitze des Präsidentenamts, sondern bereits zuvor hatte die eigentliche Machtzentrale, das Büro von Revolutionsführer Ali Khamenei die Weisung gegeben, mit den USA in direkte Verhandlungen zu treten. Das Sultanat Oman spielte und spielt eine entscheidende Vermittlungsrolle. Diese prinzipielle Entscheidung für eine Verhandlungslösung resultierte dann über das Abkommen von Lausanne im März 2015 schließlich im Comprehensive Joint Action Plan vom 14. Juli 2015. Eine Zug-um-Zug Umsetzung dieses Aktionsplans würde zu Beginn 2016 in einer Aufhebung der UN-Sicherheitsratssanktionen münden.Mit dem Ausschalten aller Finanztransaktionen, der Reduzierung der Erdöl Tagesproduktion von 2,5 Millionen Fass auf eine Million und vieler anderer wirtschaftlicher Beschränkungen, begann sich die Einsicht in Teheran durchzusetzen, dass ein neuer Anlauf in den Verhandlungen rund um das Atomdossier erforderlich sei. Auf US-Seite wurde die Forderung in vielen Zirkeln immer lauter, mit dem Iran in direkte Verhandlungen zu gehen, um das komplexe Nukleardossier aus dem Patt zu holen und den geopolitischen Veränderungen in der Region auch durch eine Konsenssuche mit dem Iran gerecht zu werden. Es hatte sich herumgesprochen, dass angesichts der fortschreitenden Staatenimplosionen der Iran zu einer Art logischer Partner wurde. Der Aufstieg des Irans zur neuen alten Regionalmacht ist die Folge der Interventionen der USA und ihrer Verbündeten in Afghanistan 2001 und vor allem im Irak im März 2003, welche den Einflussradius Teherans u.a. über die schiitischen Bevölkerungsgruppen wachsen ließ. Es waren also auch geopolitische Zwänge, die zur Rückbesinnung auf einen diplomatischen Pragmatismus führten. Die Jahre westlicher Moralpolitik sollten nun einer neuen Realpolitik weichen, welche u.a. einen Neustart der Beziehungen zum Iran bewirkten. Für die iranische Gesellschaft bedeutet dies v.a. die Hoffnung auf eine Normalisierung und ein neues Image, weg vom geächteten Außenseiter. Zugleich kehrt das Land, OPEC Gründungsmitglied und potenziell wichtiger Erdölexporteur sowie mit den weltweit wichtigsten Erdgasreserven, auf die internationale Bühne zurück. Die iranische Diplomatie versteht sich als Akteur vom Hindukusch über den Persischen Golf bis ins östliche Mittelmeer, wie auch die Mitwirkung in den Wiener Syrien Gesprächen zeigt. Auf Mandarin heißt Iran, Tor nach Asien, was wiederum die Schlüsselrolle dieses Staates, das sich als Reich versteht, deutlich illustriert.

Dr. Karin Kneissl ist am 30.11. 2015 beim Iran Businesstalk (begrenzte Teilnehmerzahl) bei uns zu Gast. Freuen Sie sich auf einen spannenden Keynote.

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