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Geoprospectors: Big Data am Feld

GEOPROSPECTORS ist ein führender Anbieter von Bodensensorik im Bereich Precision Farming und Subsurface Engineering. Seit der Gründung im Mai 2014 „beackert“ das Unternehmen internationale Märkte. Harte Arbeit, die bereits erste Früchte trägt, darunter mehrfache Preisauszeichnungen. Wir haben mit Geschäftsführer Mag. Matthias Nöster über die Anfänge, Herausforderungen und Learnings gesprochen. 

Herr Nöster, Ihr Unternehmen wurde bereits mehrfach prämiert. Auf der agromek, Nordeuropas größter Landwirtschaftsmesse, erhielt Geoprospectors etwa drei Sterne für „bahnbrechende Innovationen“. 2016 sicherten Sie sich den Sonderpreis für Digitalisierung/Industrie 4.0 in Niederösterreich. Blicken wir kurz zurück – wie beschreiben Sie die Anfänge? Unser Gründerteam besteht aus vier Personen aus den Bereichen Geophysik, Messtechnik und Wirtschaft. Ergänzend haben wir uns in das Team Leute mit Kompetenzen in den Bereichen Produktion, Agronomie und Elektrotechnik geholt. Das passte von Anfang an, wir ergänzen uns gut und verstehen es, Synergien zu nutzen. Die produktübergreifende Spezialkompetenz des Unternehmens bleibt aber die oberflächennahe Geophysik zur Analyse oberflächennaher Bodenstrukturen. Begonnen hat alles mit einem Impuls aus der Agrar-Industrie. In einem Gespräch mit einem führenden Traktorhersteller wurde der Bedarf in der Landwirtschaft nach hochauflösenden Bodensensoren deutlich. Das Ziel hatten wir vor Augen, das Produkt dazu musste natürlich noch entwickelt werden. Und das taten wir dann auch und zwar ein Jahr lang im Keller eines Reihenhauses. Dort haben wir simuliert, dort haben wir getüftelt bis wir den ersten Prototyp hatten.

War die Gründung eines eigenen Unternehmens sozusagen vorgezeichnet und von Anfang an klar? Nicht so ganz. Wir haben von Beginn an sehr überlegt gehandelt. Wir hatten von Anfang an einen Plan. Ich selbst bringe aus meinen bisherigen Tätigkeiten Erfahrungen aus dem Finanzwesen bzw. Start-Ups mit. Gegründet haben wir erst, als auch die Finanzierung stand. 

„Start-Ups haben meist zu optimistische Umsatzerwartungen“

Sind die Dinge dann nach (Business-)plan verlaufen? Oder gab es Learnings, die Sie aus dieser Phase mitgenommen haben? Natürlich gab es die. Zum Beispiel, dass man bei der Umsatzerwartung nie vorsichtig genug sein kann. Wir haben uns in diesem Punkt in keiner Sekunde aus dem Fenster gelehnt und dennoch war auch unsere Prognose anfangs zu optimistisch.

Warum? Unser Geschäft ist sehr zyklisch. Zwar finden unsere Demotage von Frühjahr bis Herbst statt, die Kaufentscheidungen werden jedoch erst im Winter getroffen. Dann, wenn die Feldarbeit erledigt ist. Außerdem muss man preisliche Abschläge in Kauf nehmen, um das System auf den Markt zu bringen. Insofern muss es finanzielle Reserven geben, denn jeder Markt ist schwierig und benötigt Zeit, bis er sozusagen erobert ist und die ersten Umsätze generiert werden können.

„Man versucht es nicht, es einem einfach zu machen“

Stichwort Finanzierung: Wie beurteilen Sie die Unterstützungsstruktur für Start-Ups in Österreich?  Hervorzuheben sind hier die aws PreSeed-und Seed-Finanzierungen – Förderprogramme für High-Tech-Unternehmen in der Vorgündungs- und Frühphase. Wir haben auch von anderen Förderstellen profitiert, dafür sind wir dankbar. Worauf wir aber immer wieder gestoßen sind, ist Bürokratie und die Erkenntnis, dass es für die Abwicklung  manchmal keine abgestimmten Prozesse gibt. Oft hatten wir das Gefühl, dass man es erst gar nicht versucht, es einem Jungunternehmer einfach zu machen. Wir waren mit langen Wartezeiten in der Abwicklung konfrontiert. Oft herrschten mehrere Monate Ungewissheit, ob es überhaupt weitergehen kann. Gewisse persönliche Haftungen sind verständlich, aber oft in einer Höhe veranschlagt, die für Gründer mit Jungfamilie nicht einfach zu tragen sind. Die beiden aws-Programme sind da eine positive Ausnahme.

„Briten sind sehr technologieaffin und sehen das Potenzial, nicht das Problem“

Umso mehr können Sie jetzt stolz sein, was Sie bisher erreicht haben. Apropos erreicht: Sie waren von Beginn an international unterwegs, sind in UK, China, Bulgarien, Tschechien und Estland mit einem Reseller aktiv. Wie wählen Sie Märkte aus? Wir richten uns an Kunden im freien Wettbewerb, die den Kostendruck spüren und auf industrieller Ebene tätig sind. UK ist für uns ein wichtiger Markt. Das Thema Precision Farming ist dort bereits sehr gut etabliert und um einiges weiter als etwa in Deutschland. Das hat uns überrascht, liegt aber vielleicht an der Mentalität. Der Deutsche ist skeptischer, während die Briten sehr innovativ sind, das Potenzial sehen und nicht das Problem. Dennoch ist Deutschland ein wichtiger Markt. Ebenso Frankreich, Polen, Bulgarien oder Tschechien.

„Ohne Mann vor Ort ist in den USA kein Geschäft zu machen“

Welche Märkte haben Sie noch am Radar? Grundsätzlich unterscheiden wir in der Strategie für 2018 zwischen direktem und indirektem Vertrieb. Ein großer und wichtiger Markt und im Fokus für unsere direkten Vertriebsaktivitäten ist Frankreich. Hier gibt es vor allem im Osten große landwirtschaftliche Flächen und Kooperativen die bereits Interesse an unserem Produkt gezeigt haben. Interessant ist auch der skandinavische Markt. Hier ist es aber auf jeden Fall sinnvoll mit einem Partner vor Ort zusammenzuarbeiten. Anfang 2017 gab es bereits erste Kontakte, welche in diesem Jahr wieder intensiviert werden sollen. Weiters interessant sind Märkte wie die USA und Brasilien – in diesen Ländern soll jedoch ebenfalls das Know-how und vor allem ein bereits vorhandenes Vertriebsnetz eines lokalen Vertriebspartners genutzt werden.

Sie waren mit ecoplus International auf den Feldtagen in Rumänien und Tschechien – ein Vertriebskanal, der sich für Sie bewährt? Absolut. Feldtage sind immens wichtig, wir haben allein in den letzten acht Monaten 20 Felddemos organisiert. Das ist enorm zeitaufwendig. Umso besser ist es natürlich einen Partner zu haben, der die Feldtage allein macht – wie es etwa in UK der Fall ist. Oder wenn Landwirte diese Demos mitorganisieren. Das stärkt das Vertrauen in das Produkt noch mehr.

Wir stehen am Beginn eines neues Jahres, welche Ziele haben Sie sich für heuer gesteckt? Ehe wir vorausblicken, ein kurzer Rückblick. Wir sind sehr stolz auf jenes, das wir bisher erreicht haben. Wir haben ein Unternehmen geschaffen, das zur Hälfte auf eigenen Beinen steht, unser Team umfasst bereits 11 Personen, wir haben Umsätze erzielt und Awards erhalten. Nachdem 2016 intensiv dafür genutzt wurde den Sensor zu optimieren und auf die Bedürfnisse unserer Kunden abzustimmen, stand 2017 im Zeichen von ISOBUS und der Vollendung der Desktop Software (Topsoil Data Analyzer). Für 2018 ist nun der Rollout der neuen Funktionalität sowie ein Fokus auf die internationalen Vertriebsaktivitäten geplant.

Über GEOPROSPECTORS 
GEOPROSPECTORS ist ein führender Anbieter von Bodensensorik im Bereich Precision Farming und Subsurface Engineering. Für unsere Lösungen nutzen wir verschiedene geophysikalische Techniken um wertvolle Informationen über die Ressource Boden zu gewinnen. Die Erkenntnisse daraus können in Echtzeit zur Verbesserung und Automatisierung von Prozessen genutzt werden. Unsere Systeme sind so gestaltet, dass zur Anwendung kein Expertenwissen notwendig ist. Die Datenerfassung und -auswertung erfolgt vollständig autonom.

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ecoplus International GmbH
Herrengasse 13
1010 Wien

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