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Hard Brexit für KMU

Der britische Verband für Kleinunternehmen warnt vor einem hard Brexit und sieht für KMU erhebliche Nachteile. 

Ein hard Brexit wäre für klein- und mittelständische Unternehmen verheerend. Der britische Verband für Kleinunternehmen (FSB – federation for small businesses), der 168.000 Mitglieder der KMU-Gemeinschaft in ganz Großbritannien vertritt, warnt vor einem No-Deal-Brexit, welcher eine "klare und gegenwärtige Bedrohung für kleine Unternehmen" darstellt, die "um jeden Preis vermieden werden muss".

Eine Umfrage des Verbandes vergangenen September unter 1.234 Unternehmen zeigt folgendes Stimmungsbild der britischen KMU. 

  • Nur 14 Prozent der Unternehmen (eines von sieben) hat mit der Planung für einen No-Deal-Brexit begonnen.
  • 41 Prozent sind besorgt, dass ihr Geschäft "signifikant" von einem No-Deal-Brexit beeinflusst wird.
  • Die Hälfte aller KMU (48 Prozent) sagte, ein No-Deal werde sich negativ auf ihre Geschäftsfähigkeit auswirken; für diejenigen, die mit der EU Handel treiben, steigt dieser Wert auf 66 Prozent; und auf 61 Prozent für diejenigen, die Personal aus der EU beschäftigen.
  • Etwa ein Drittel (35 Prozent) sagte, sie wären gezwungen, aufgrund des Brexits wichtige Geschäftsentscheidungen zu verschieben.

Auch Mitglieder des britischen Parlaments sind alarmiert und zeigen sich besorgt über die Vorbereitung für und den Übergang zum Post-Brexit-Handel. Die Parlamentarierin, Meg Hiller, äußerte große Bedenken, ob das HMRC einem hard Brexit gewachsen sei.

HMRC steht für “Her Majesty’s Revenue and Customs”. Es handelt sich dabei um eine nicht-ministerielle Abteilung der britischen Regierung, die für die Erhebung von Steuern, die Zahlung gewisser staatlicher Unterstützungen sowie u.a. für die Verwaltung des Mindestlohns zuständig ist. 

Der britische Verband für Kleinunternehmen äußerte sich kritisch über den hard Brexit. Auch Mitglieder des britischen Parlaments zeigen sich über die Auswirkungen besorgt. Foto: unsplash

Laut Hiller, sei sich das HMRC der Tragweite eines hard Brexits nicht bewusst und habe die mehr als 100.000 kleinen Händler, die ab 29. März 2019 von neuen Zollregelungen betroffen sein werden, noch nicht einmal identifiziert.

Die Regierung geht davon aus, dass die Anzahl der Händler und Lieferanten, die Zollanmeldungen einreichen müssen, auf 300.000 steigt. Die Zoll-Anmeldungen soll sich verfünffachen – man geht von 255 Millionen aus, je nach Ausgang der Brexit-Verhandlungen.

Es gäbe zu wenig Fortschritt, meint Meg Hiller. Das HMRC habe zugesichert, die Unternehmen bei einem hard Brexit Szenario unterstützen zu können. Auch das neue, digitale Zoll-Meldesystem (CDS - customs declaration service) sei weit entfernt davon, einsatzfähig zu sein. Nach einer Reihe von Verzögerungen könnte es im Januar online gehen – nur zwei Monate vor dem Brexit. Sollte das System fehleranfällig sein, muss das derzeitige CHIEF System (Customs Handling of Import and Export Freight) noch im Einsatz bleiben und tandemmäßig betrieben werden. 

Parlamentsmitglieder befürchten, dass das CDS im Falle eines hard Brexits nicht für ein Go Live bereit sein wird, und somit mit erheblichen Verzögerungen bei Häfen und Flughäfen zu rechnen ist. Beamte müssten somit Importe und Exporte manuell bearbeiten, dies ist jedoch sehr zeit- und kostenintensiv.

Quelle: Brexit Partners 

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