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"No compromise on safety“

Im Gespräch mit Frau Dr. Mag. Reingard Huber-Wurzinger, Geschäftsführerin von ImplanTec, haben wir nachgefragt, wie – in einer von – Großkonzernen geprägten Branche einem Klein- und Mittelunternehmen die Brücke zwischen Produktenwicklung und Expansion so erfolgreich gelingt.

Bild: Dr. Mag. Reingard Huber-Wurzinger, Geschäftsführerin ImplanTec

ImplanTec hat sehr etablierte Produkte im Bereich des künstlichen Hüftgelenksersatzes auf den Markt gebracht. Wie lange dauert es von der Idee bis zur Markteinführung?
Das ist ganz unterschiedlich, aber im Durchschnitt dauert es zwei Jahre – von der Idee, der Geburtsstunde des Produktes, bis zur Markteinführung. Diese Zeit ist notwendig, denn die Idee muss erst reifen, ehe wir in die Umsetzung gehen. Speziell in der ersten Phase recherchieren wir viel, prüfen die Machbarkeit und klären ab, ob wir auf bestehende Technologien zurückgreifen können.

Wie gehen Sie in der Produktentwicklung vor?
Wir konzentrieren uns auf Nischenprodukte, womit wir uns von den Mitbewerbern abheben können, und dürfen uns keine Fehler erlauben, unser Grundsatz ist „no compromise on safety“. Unser Team bringt sehr viel Kompetenz und langjährige Erfahrung mit, dennoch arbeiten wir in der Entwicklungsphase intensiv mit Chirurgen und anderen externen Experten zusammen. Sobald die Produkte auf dem Markt in Verwendung sind, pflegen wir den ständigen Erfahrungsaustausch mit den Anwendern über multizentrische, klinische Studien. So kann die Performance der Produkte im klinischen Alltag ständig überprüft werden.

Sie haben die Vorlaufzeit der Produktentwicklungsphase angesprochen. Gibt es Märkte, die Innovations-Leader im Bereich künstlicher Gelenke sind, von denen Sie sich inspirieren lassen können?
Eine Koryphäe im Bereich der Entwicklung von Hüftgelenksendoprothesen ist unser Firmengründer Dr. Anton Wurzinger. Dank seiner Expertise, die er sich über die Jahrzehnte im beständigen Austausch mit Ärzten aufgebaut hat, gelingt es uns, eine Produktpalette anzubieten, die den Kundenerwartungen und Bedürfnissen des Patienten des 21. Jahrhunderts gerecht wird. Man kann also durchaus behaupten, dass der Ursprung der zementfreien Hüftgelenksendoprothesen in Österreich liegt und wir – gemeinsam mit Deutschland und der Schweiz – Trendsetter in diesem Bereich waren, während in Nordeuropa oder in den USA ganz andere Modelle – auch zementierte – zum Einsatz kommen.

„Nahmärkte haben Potenzial“

Welche Exportmärkte sind reif für die ImplanTec-Produkte?
Da gibt es genügend. Nach den intensiven, aber sehr erfolgreichen letzten drei Jahren, in denen wir uns auf Österreich, Deutschland und die Schweiz konzentriert haben, sind wir jetzt in einer Phase, wo wir uns über neue Märkte Gedanken machen. Grundsätzlich ist die USA reif, hat aber – aufgrund von aufwendigen Zugangsregelungen, die für kleine Unternehmen nicht von Vorteil sind – derzeit bei uns nicht höchste Priorität. Wir sehen vielmehr Potenzial in den Nahmärkten Tschechien, Slowakei, Italien oder auch Frankreich – diese Länder haben ähnliche Bedürfnisse wie unsere Kernmärkte. Dank Unterstützung von ecoplus International haben sich die Türkei und die Golfregion als lukrative Märkte erwiesen, wenngleich wir wissen, dass speziell die Golfregion ganz anders tickt und der Zugang ein ganz anderer ist.

„Es gibt nur top oder flop“

Sie sprechen damit die Vertriebskanäle an?
Ganz genau. In Österreich bedienen wir den Markt direkt, in Deutschland und in der Schweiz vertreiben wir unsere Produkte über die ImplanTec-Vertriebspartner. Diese Vorzüge der gut funktionierenden Händlerstruktur haben wir natürlich nicht überall. Gerade in der Golfregion gilt es, Meinungsbildner und Chirurgen zu finden, die bereit sind, unsere Produkte einzusetzen. Diese neuen Vertriebspartner müssen Erfahrungen und Kenntnisse im Einsatz mit orthopädischen Implantaten haben. Da müssen wir jetzt ansetzen. Speziell in der Golfregion sehen wir die Risikoabschätzung als oberstes Gebot – es gibt nur top oder flop. Es stellt sich hier die Frage, wie wir Chirurgen zum Umstieg bewegen können. Sicher punkten wir durch unsere Technologie und langjährige Erfahrung, aber letztendlich befinden wir uns im klassischen Verdrängungswettbewerb – es wird also eine Herausforderung.

„Flexibel auf Veränderungen zu reagieren ist unsere Stärke“

Apropos Herausforderung: Wenn Sie eine Prognose für die nächsten zehn Jahre abgeben müssten – wo sehen Sie die Herausforderungen, worauf muss sich die Branche einstellen?
Die Finanzierbarkeit unseres Gesundheitssystems sowie der schon jetzt bestehende Ärztemangel sind sicher Themen, die uns beschäftigen werden. Auch aktuelle europaweite Diskussionen über ein verändertes Zulassungsverfahren der Medizinprodukte und die damit verbundenen, erhöhten Zulassungszeiten sowie Kosten beschäftigen uns. Die Erwartungen der Patienten haben sich ebenso über die Zeit verändert. Die Patienten sind aktiver geworden und haben erfreulicherweise eine längere Lebenserwartung. Sie wollen nach dem Eingriff verständlicherweise möglichst rasch wieder ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen. Wir müssen daher unsere Produkte und verwendeten Materialen dahingehend ständig optimieren und das bereits bei der Produktentwicklung in Betracht ziehen. Die Herausforderung ist und wird bleiben, möglichst rasch und flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Darin sehen wir unsere Stärke und die zukünftige Marktchance.

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