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Skandinavien: Bio-Boom bei Lebensmitteln

Trend: Ernährungsweise als Statussymbol

Ernährung und Bio sind heute das, was in den 1960ern und 1970ern politische Ideologien waren: Distinktionsmerkmal und Statussymbole innerhalb der Gesellschaft. 

Dass biologische Ernährung nicht nur kurzweilig im Trend liegt, zeigen auch internationale Marktentwicklungen. Skandinavien liegt im Konsum von biologischen Nahrungsmitteln im weltweiten Spitzenfeld. In Dänemark sind fast 8% des gesamten Lebensmittelmarktes biologisch, Österreich liegt hier mit 6,5% im internationalen Vergleich auf Platz drei. Auch in Schweden boomt der Bio-Lebensmittelmarkt. Seit Jahresbeginn 2014 wurden im Land um 38% mehr biologische Lebensmittel verkauft als noch im Jahr zuvor. Schweden gilt somit als der am stärksten wachsende Markt in diesem Bereich weltweit. Und eine Fortsetzung dieses Trends wird erwartet – bis 2020 könnte der Verkauf von biologischen Lebensmitteln im Land um 10 bis gar 30% gesteigert werden.

Auf Trends müsse reagiert werden, da sind sich Experten einig. Um zukünftig als Unternehmen im Bereich Nahrungsmittel dauerhaft in diesem sich verändernden Markt bestehen zu können, ist, vor allem in Zeiten, in denen Transparenz als wesentliches Schlagwort gilt, Vertrauen der Weg zum Erfolg, meinen Experten. Schwedische Konsumenten zeichnen sich durch höchstes Vertrauen in biologische Nahrungsmittel aus.

Bio-Lebensmittel: Entwicklung in Nordeuropa

Während Privatanbieter beim Einkauf von Nahrungsmitteln bereits seit längerem mehr und mehr auf Inhaltsstoffe und Gütesiegel achten, besteht bei Gastronomiebetrieben wie Restaurants oder Kantinen weiter Potenzial. Denn Konsumenten sind durchaus bereit, für Bio-Qualität zu bezahlen. Mit Ausgaben für Bio-Produkte in Höhe von 162 Euro pro Kopf liegen die Dänen 2014 hinter der Schweiz und Luxemburg auf dem dritten Platz weltweit.

Auch die öffentliche Hand setzt vermehrt auf biologische Ernährung. Das dänische Verteidigungsministerium etwa begann bereits damit, den Bio-Anteil bei der kulinarischen Verpflegung in den Kasernen zu erhöhen. Auch andere öffentliche Institutionen wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen folgen fortschrittlich diesem Vorbild.

Marktsegmentierung

Gut ein Viertel des Gesamtumsatzes der Bio-Lebensmittel entfallen in Dänemark auf Obst und Gemüse. Insgesamt wuchs der Einzelhandelsumsatz mit organischen Lebensmitteln und Getränken 2015 um 12,4% auf 7 Mrd. DKR (rund 941 Mio. Euro). Im Jahr 2015 verzeichneten Weine, Liköre, Cider und Spirituosen das stärkste Wachstum mit einem Plus von 64,3% im Vergleich zum Vorjahr, gefolgt von Obst mit einer Veränderung von plus 37,4%, Bier mit plus 32% und Kaffee, Tee und Kakao mit einem Plus von 24,9%. Gemüse, Fruchtsäfte und Fleisch sowie Fleischwaren sind weitere stark wachsende Produktgruppen.

In Dänemark treiben vor allem Supermarktketten von Coop Danmark und der norwegische Discounter Rema 1000 diese Entwicklung im Einzelhandel voran. Nach Vertriebskanälen liegen Discounter mit über 42% Marktanteil im Biosegment noch vor Supermarktketten mit einem Marktanteil von etwa 26%. Alternative Kanäle wie Reformhäuser oder Hofläden erreichten bislang nur etwa 3,5% des Gesamtabsatzes von Bioprodukten an Endkunden.

Nordische Märkte mit großem Export-Potential

Dänemark forciert mit einer Investition von über 53 Mio. Euro in das Landwirtschaftsprogramm „Okologiplan“ bereits den Ausbau von ökologischer Anbaufläche im Land. Bis 2020 soll die landwirtschaftliche Bio-Fläche verdoppelt werden. Aktuell deckt das Land etwa ein Drittel seines Bio-Lebensmittelbedarfes durch Importe ab, größtenteils aus EU-Ländern. Auch Schweden kauft den Großteil seiner biologisch hergestellten Nahrungsmittel aus dem Ausland zu, hier sind es gar 50% des Bedarfs.

Aufgrund von Knappheitsprognosen in den kommenden Jahren wird in einigen Segmenten mit Preissteigerungen zu rechnen sein. Betroffene Segmente sind etwa Obst, Gemüse, Wein, Eier und Milch sowie Fleisch. Großes Export-Potenzial steckt auch in all jenen Produktgruppen, für die es in Schweden und Dänemark aktuell noch wenige oder gar keine Bio-Alternativen gibt. Das wären etwa Fleisch und Wurstwaren, Fertiggerichte, Brot, Süßigkeiten, Kuchen, Kaffee oder auch Erfrischungsgetränke.

Chancen für niederösterreichische Unternehmen im Bereich Nahrungsmittel ergeben sich daher, dass aufgrund des großen und rasanten Marktwachstums die Nachfrage in den skandinavischen Ländern nicht aus heimischer Landwirtschaft befriedigt werden kann. Eine weitere Chance ist der Absatz von biologischen Lebensmitteln über mehrere Schienen. Neben dem Lebensmitteleinzelhandel ergibt sich großes Potential aus Anschaffungen der öffentlichen Hand. Denn ca. ein Viertel aller eingekauften Lebensmittel der öffentlichen Hand waren 2014 bereits biologisch. Am meisten kaufen hier die Kommunen, gefolgt von Staat und Lansting (Verwaltungsbehörden der Regionen). Alleine für alkoholische Bio-Getränke sieht der schwedische Markt auf Grund des staatlichen Monopols auf Alkohol Systembolaget als einzige Vertriebsschiene vor.

Quellen: GTAI, WKO Branchenprofil Biolebensmittel Schweden, derStandard (online - Trendforscher: Ernährungsweise und Bio sind neue Statussymbole)

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