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Türkei: Abfallwirtschaft in Aufbruchsstimmung

Türkei: Großer Nachholbedarf in der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft. Serdar Arslan über Chancen für niederösterreichische Unternehmer.

Serdar, blicken wir auf die Abfallwirtschaft in der Türkei. Bitte skizziere die derzeitige Situation. Vielleicht vorweg, um es besser nachvollziehen zu können, warum es derzeit noch Potenzial an vielen Stellen gibt: Die Türkei erlebte in den letzten 30 Jahren einen rasanten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel. In den letzten drei Jahrzehnten hat sich das Land von einer Agrar- zu einer Industriegesellschaft entwickelt, deren Bevölkerungsmehrheit nun in der Stadt lebt. Ein Umweltbewusstsein, wie es in vielen europäischen Ländern längst der Fall ist, gab es nicht und musste erst geschaffen werden. Das passiert natürlich nicht von heute auf morgen. Und so sahen die Verantwortlichen erstmals keine Notwendigkeit, in Umwelttechnologien zu investieren, die sich diesem Wandel anpasste. Heute ist man sich dessen aber sehr wohl bewusst. 

Modernisierung mit Know-how und Technologien ausländischer Unternehmen 

Wurden bereits Maßnahmen gesetzt? Hervorzuheben ist sicher, dass das türkische Umweltministerium schrittweise damit begonnen hat, zentrale Bestimmungen aus den EU-Normen zu übernehmen. Daraus ergab sich ein weiterer Modernisierungsbedarf. Davon können auch (ausländische) Unternehmen profitieren, hier sehe ich Chancen für niederösterreichische Unternehmen.

Über welche Dimensionen sprechen wir, welche Investitionssummen werden in diesem Zusammenhang genannt? Schätzungen zufolge beläuft sich der Investitionsbedarf für die Erfüllung der EU-Umweltnormen auf etwa 60 Mrd. USD, davon werden 15 Mrd. USD auf den Privatsektor entfallen. Die derzeitige Regierung setzt für die Realisierung auf Public-Private-Partnership (PPP)-Modelle. 

Knapp 10 Mrd. Euro für Recycling-Anlagen  

Das klingt generell nach einer „Aufbruchsstimmung“, die im Gange ist. Kristallisieren sich Bereiche heraus, wo verstärkt der Fokus gesetzt wird? Neben dem Aufbau in eine zeitgemäße Infrastruktur wird besonders in Recycling-Systeme investiert. Bis 2023 sollen 9,5 Mrd. Euro in diesen Sektor investiert werden. Mülltrennung, wie wir sie hier kennen, gibt es in der Türkei bis dato nicht. Man muss sich vorstellen, dass es bislang nur einige öffentliche Abfallcontainer gibt, wo Müll getrennt werden kann. In städtischen Zentren, wie etwa im Großraum Istanbul hat man aber erkannt, dass Mülldeponien in Gebieten sind, die eigentlich wirtschaftlich besser genutzt werden können. Es gibt daher Überlegungen, diese Flächen künftig anders zu nutzen. 

Ist der Umweltgedanke bei allen angekommen?
Zu beobachten ist, dass sich in den vergangen Jahren eine Umweltbewegung herausgebildet hat. Sie gelten als Push-Faktor für ein modernes Umweltmanagement. Nicht alle Pläne werden gut geheißen. Umweltaktivisten kritisieren Staudammprojekte im Schwarzen Meer stark oder den Ausbau von Mülldeponien, weil sie die Natur in Gefahr sehen. 

Abschließend ganz kurz noch zur Struktur des Marktes, wie lässt sich diese grob darstellen? Zu unterschieden ist hier zwischen Kleinverbraucher, Industrie, Deponien und Müllverbrennung. Zu den Kleinverbrauchern zählen Gemeinden, die sich zu Verbänden zusammenschließen und gemeinsam Anlagen betreiben können. Deren Zuständigkeit liegt bei der Sammlung, Entsorgung und Lagerung von Abfällen. Für die Industrie gilt das Verursacherprinzip. Unternehmen können entweder kommunale Entsorgungsdienste in Anspruch nehmen oder müssen selbst Kapazitäten schaffen. Neben Deponien, deren Kapazität in den letzten Jahren etwa nur zur Hälfte ausgelastet war (Gesamtkapazität lag bei rund 500.000 Tonnen/Jahr) gibt es noch die Müllverbrennungsanlagen. Derzeit gibt es nur vier davon in der Türkei mit einer Kapazität von rund 43.000 Tonnen/Jahr. 

Sie sind an Geschäftsmöglichkeiten in der Türkei interessiert? Mag. Serdar Arslan unterstützt Sie dabei gerne. Kontakt unter: 02742/9000-19719 oder s.arslan@ecoplus.at 

Quellen: GTAI, ixpos.de

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