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Weihnachten im Vereinigten Königreich

Wie verbringen die Briten die schönste Zeit des Jahres? Wie feiern sie und was kommt bei ihnen auf den Tisch?

Weiße Weihnachten? Ja. Nein. Vielleicht
Schnee ist rar im Vereinigten Königreich, vor allem zu Weihnachten. Trotzdem hoffen viele Briten jedes Jahr aufs Neue auf verschneite Winterlandschaften. Alle Jahre erlaubt sich das britische Volk daher den Spaß und fragt beim Wetteramt nach, ob es weiße Weihnachten geben wird – das alleine gilt schon als britische Tradition. Denn die Definition des britischen Wetteramtes für weiße Weihnachten besagt, dass in den 24 Stunden des Weihnachtstages zumindest eine Schneeflocke gefallen sein muss. Und das passiert nun wirklich nicht sehr oft – statistisch gesehen, alle vier Jahre. Weiße Weihnachten nach österreichischem Verständnis gibt es nur einmal in zehn Jahren.

Wie der Weihnachtsbaum nach Großbritannien kam
Zu Weihnachten haben die meisten Familien einen Weihnachtsbaum zu Hause stehen, manchmal auch zwei. Die Familien schmücken die Weihnachtsbäume traditionell gemeinsam. Der Ehemann von Königin Victoria (1819-1902), Prinz Albert, verhalf den Weihnachtsbäumen in ihrer heutigen Form zu Popularität in Großbritannien. Er wollte als Deutscher nicht auf seine Tradition verzichten. Auch Efeu, Stechpalme und Mistel dürfen beim Dekorieren nicht fehlen.

Von Weihnachtslichtern und leuchtenden Rosen
Städte und Gemeinden sind vor und über Weihnachten mit Weihnachtslichtern geschmückt. Oft kommt einer berühmten Person die Ehre zuteil, die Weihnachtslichter einzuschalten. Die schönsten und bekanntesten Weihnachtslichter sind in der Oxford Street in London zu finden. Tausende von Menschen schauen zu, wenn die Weihnachtslichter Anfang November das erste Mal die Straßen erhellen.

Es darf ruhig bunt sein und glitzern. Oxford Street zur Weihnachtszeit. Foto: Jamie Davies on Unsplash

Eine weitere Attraktion sind heuer die tausenden leuchtenden Rosen im „Ever After Garden“, der beim Grosvenor Square in Mayfair, London, zu finden ist. Ab dem 30. November können die beleuchteten Blumen bestaunt werden und Besucher für den guten Zweck eine Seidenrose zum Gedenken an einen geliebten Menschen „pflanzen“.  

Der Weihnachtsmann muss noch fahren
In Großbritannien ist der 25. Dezember der Weihnachtstag. Kinder glauben, dass der Weihnachtsmann Geschenke in Strümpfen hinterlässt. Diese werden an Heiligabend am Kamin oder an den Kinderbetten aufgehängt. Damit der Weihnachtsmann nicht hungrig wird bei seiner doch sehr anstrengenden Arbeit, stellen die Kinder Pasteten und Schnaps bereit. Oft entscheidet sich der Weihnachtsmann aber dann doch für das alkoholfreie Getränk – er muss schließlich noch fahren.

Ihre Wünsche an den Weihnachtsmann formulieren die Kinder in einem Brief, den sie aber nicht an die Post schicken, sondern meistens in den Kamin werfen. Der Luftzug beim Verbrennen des Briefes trägt die Buchstaben den Schornstein hinauf und der Weihnachtsmann liest den Rauch.  

Zu Tisch bitte!
Die Briten dekorieren ihre Weihnachtstafel am liebsten mit Weihnachtscrackern, Blumen und Kerzen. Die Weihnachtscracker gehören seit 1847 zum traditionellen britischen Weihnachtsfest. Dabei handelt es sich um kurze Pappröhrchen, die mit buntem Papier umwickelt sind. Normalerweise befindet sich neben jedem Teller auf dem Weihnachtstisch ein Cracker. Die Familie zieht gegenseitig an den Crackern und mit einem lauten Knall fällt jeweils ein bunter Papierhut, ein Plastikspielzeug und ein festlicher jedoch oft schlechter Witz aus dem Cracker. Die Person, die „das große Ende“ des Crackers in der Hand hält, bekommt das Plastikspielzeug. Die Papierhüte werden aufgesetzt und die Witze vorgelesen. Dann und nur dann kann das Essen beginnen. 

Die mit kleinen Präsenten gefüllten Christmascracker dürfen auf keiner festlich gedeckten Tafel fehlen. Foto: James Coleman on Unsplash

Kleiner Fun Fact: Der längste Weihnachtscracker der Welt mit einer Länge von 63,1 m und einem Durchmesser von 4 m wurde am 20. Dezember 2001 in Buckinghamshire hergestellt. Viele Kinder bezeichneten die laute Explosion beim Ziehen des Crackers als „Urknall“.  

Gebratener Truthahn und „trifle“
In Großbritannien wird das Weihnachtsmahl in der Regel zur Mittagszeit oder am frühen Nachmittag am Weihnachtstag gegessen. Oft kommt gebratener Truthahn, Gemüse, wie Karotten, Kohlsprossen und Erbsen (zusätzlich manchmal auch Speck und Würstchen) auf den Tisch. Auch die Preiselbeersauce darf nicht fehlen. Zum Dessert gibt es neben Christmas Pudding auch Pasteten und Pralinen. Ein sehr beliebtes Dessert in Großbritannien ist „trifle“ oder auch zu Deutsch: die britische Kleinigkeit. Ein Dessert im Glas, bestehend aus verschiedenen Schichten Creme, Kuchen und Obst. In Schottland wird gerne die Variante „tipsy laird“ gereicht. Der Kuchen ist dabei mit Whiskey getränkt. 

Der Weihnachtsklassiker schlechthin ist jedoch der traditionelle britische Weihnachtskuchen. Dieser polarisiert, entweder man liebt ihn oder man mag ihn gar nicht. Es handelt sich um einen reichhaltigen Obstkuchen, der Trockenfrüchte wie Rosinen, Sultaninen und eingelegte Kirschen beinhaltet – ähnlich dem Christstollen. Überzogen wird er mit Marzipan und Zuckerguss.

Neuwahlen vor Weihnachten
Das britische Volk liebt die ruhige und besinnliche Vorweihnachtszeit – Neuwahlen passen da nicht ins Konzept. Vor rund 100 Jahren gab es das letzte Mal Wahlen im Dezember und diese fielen alles andere als gewünscht aus. Es gilt als sehr riskant die Bürger zu dieser Jahreszeit an die Wahlurnen zu bitten. Meist ist es nass und kalt und die Briten wollen zu dieser Jahreszeit nur wenig von Politik wissen. Wie und ob sich diese Umstände auf die Wahlbeteiligung auswirken, erfahren wir am 12. Dezember. Es bleibt also spannend.

Quellen: londonist.com; whychristmas.com; learnenglish.de; dw.com

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