Zielgenau

zu den richtigen Infos

Zielland


An welchem Land sind Sie interessiert?

Branche


In welcher Branche sind Sie tätig?

Volltextsuche

Businesskultur Ungarn
Gesellschaft, Arbeitsweise, Geschäftsbeziehungen

Ungarn hat sich in kürzester Zeit zu einer aufstrebenden Wirtschaftsnation entwickelt, Budapest ist quirlig, trendig und beliebter Standort für Start-ups, expandierende Unternehmen und Investoren. Die offene und sehr aufgeschlossene Art der Ungarn wird Ihnen den Geschäftsalltag erleichtern. Zudem berichten österreichische Unternehmen immer wieder, dass sie mit den Ungarn eine gewisse Wesensverwandtschaft verbindet und daher ein sehr positives Geschäftsklima herrscht. 

Die Basics zum Geschäftsalltag & Business-Knigge in Ungarn für Sie zusammengefasst:

 

 

Ungarische Gesellschaft

Sprache

Ungarisch (magyar) gehört zur finnisch-ugrischen Sprachgruppe, einer Untergruppe der uralisch-altaischen Sprachen. Sie wird von etwa zehn Millionen Menschen in Ungarn und weiteren drei Millionen in Osteuropa, Russland, USA und anderen Ländern gesprochen. Die ungarische Sprache zu erlernen, ist schwer, aber es ist von großem Vorteil, einige wichtige Redewendungen zu beherrschen. Selbst die kleinsten Bemühungen Ihrerseits wird man begrüßen.

Ungarisch besteht aus sehr vielen Füllwörtern, man spricht eher indirekt und umschreibend, was dazu führt, dass man mehr Wörter verwendet, das lässt z.B. Übersetzungen aus dem Deutschen ins Ungarische meistens länger werden. 

Englisch ist im Geschäftsleben weit verbreitet, Deutsch ist in Ungarn sehr populär. In den allgemein bildenden Schulen lernen etwa so viele Schüler Deutsch wie Englisch. Nicht nur die große deutsche Minderheit im Land hält die Sprache lebendig, Österreich und Deutschland sind auch die wichtigsten Handelspartner für Ungarn. Dennoch sollten Sie nicht automatisch annehmen, dass Ihr ungarischer Geschäftspartner Deutsch oder eine andere Fremdsprache spricht.

Ungarische Küche 

Essen und Trinken spielt im Leben der Ungarn eine wichtige Rolle. Deshalb gibt es auch zahlreiche Veranstaltungen, die die kulinarischen Genüsse in den Mittelpunkt rücken: Winzer-, Zwiebel- und Paprikafestivals oder auch Wettbewerbe im Fischsuppekochen oder Wurstfüllen.

Markenzeichen der ungarischen Küche ist der Paprika, der aus der ungarischen Küche nicht wegzudenken ist, ebenso wie die Salami. Ein beliebtes Gericht ist Pörkölt, das im deutschsprachigen Raum fälschlicherweise oft als Gulasch bezeichnet wird. Das in Ungarn gekochte Gulyás ist im Gegensatz zum Pörkölt eine Suppe – Gulaschsuppe. 

Zu den ungarischen Leibgerichten gehört auch die Bableves (Bohnensuppe), die Halászlé (pikante Fischsuppe) oder die Hurka (Blutwurst) und das in Österreich beliebte Letscho. 

Mit Back- und Süßwaren bringt man das Land nicht unbedingt in Verbindung, und doch stammen süße Versuchungen wie die Palatschinken oder die Eszteházy- und die Dobostorte aus Ungarn.

Der Ungar gehört zu den Weintrinkern. In 22 Weinbaugebieten werden Rebsorten wie der Tokajer kultiviert. Vor der Mahlzeit trinkt man gern Schnaps (Palinka).

Sitten & Bräuche

Die Verabschiedung des Winters, die Begrüßung des Frühlings, die Ernte im Sommer oder die Weinlese im Herbst sind immer willkommene Anlässe, um Feste zu feiern. Dasselbe gilt für die traditionellen kirchlichen Feiertage wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten. 

Wenn Sie Blumen verschenken, achten Sie darauf, dass die Anzahl der Blumen ungerade ist (aber nicht unbedingt 13 Stück). Eine gerade Anzahl wir nur an Beerdigungen mitgebracht. Rote Rosen verschenkt man nur, wenn man in eine Frau verliebt ist und um sie wirbt. Weiße und gelbe Rosen haben in Ungarn keine negative Bedeutung. 

 

ungarische Geschäftsalltag

Gesprächsthemen

Das Thema Wetter finden die Ungarn nicht besonders aufregend. Empfehlenswert sind Themen wie die schnelle wirtschaftliche Entwicklung, die wunderschöne Landschaft (Puszta, Plattensee etc.), die kulinarischen Köstlichkeiten Ungarns, die guten Weine oder die berühmte ungarische Gastfreundschaft.

Es kann passieren, dass Ihnen private Fragen wie z.B. „Sind Sie verheiratet?“ oder „Was machen Ihre Kinder?“ gestellt werden. Diese Fragen sind als Zeichen des Interesses zu werten und nicht als Zeichen der Neugier oder Zudringlichkeit. Man erwartet auch von Ihnen, dass Sie Interesse zeigen und die gleichen Fragen stellen. 

Das Thema Geld und wie viel man verdient, ist im Vergleich zu Österreich oder Deutschland in Ungarn weniger tabu. Auf die Frage „Wie viel verdienen Sie?“ können Sie aber auch eine höfliche Antwort geben: „Danke, ich bin zufrieden“ oder „Meine Familie und ich können gut davon leben.“

Hierarchie-Verständnis

Die ungarische Gesellschaft ist stärker hierarchisch geprägt als die österreichische. Der Mitbestimmungsgrad der Mitarbeiter ist geringer, Entscheidungen werden vom Vorgesetzten getroffen. In vielen Betrieben herrscht nach wie vor ein zentralistischer Führungsstil, das Delegieren von Aufgaben hat sich noch nicht überall durchgesetzt. Neben den formalen Hierarchien existieren informelle Gruppen und Netzwerke, in denen die Entscheidungen abgestimmt und vorbereitet werden. So kann es bei Konferenzen mit österreichischen und ungarischen Teilnehmern vorkommen, dass die Ungarn die aktuelle Problemstellung in der Pause informell besprechen und das Ergebnis dann vom Delegationsleiter offiziell präsentiert wird.

In Ungarn kann man auch mit seinem Vorgesetzten per Du sein. Dies berechtigt aber noch lange nicht dazu, die Richtigkeit der Entscheidungen des Vorgesetzten vor anderen anzuzweifeln oder zu hinterfragen.

Status & Titel

Für die meisten Tätigkeiten ist es unerheblich, ob Ihr Ausbildungs- oder Studienabschluss bei den europäischen Nachbarn anerkannt ist. Nur bei Berufen, die eine staatliche Anerkennung voraussetzen, zB Arzt oder Lehrer, sollte die Anerkennung definitiv geklärt sein.

Im Umgang mit Titeln zeugt es grundsätzlich von Höflichkeit, Titel und Nachnamen zu verwenden. Bei Ihren ungarischen Geschäftspartnern wird Ihnen das Sympathie und Pluspunkte bringen. Denken Sie daran, dass Ihre Mitarbeiter auch auf Kunden treffen, die erwarten, dass Sie von einem ranghohen Vertreter Ihres Unternehmens betreut werden. Scheuen Sie daher nicht davor zurück, auch an Ihre Mitarbeiter „Titel ohne Mittel“ zu vergeben, solange diese verstehen, dass diese für den Verkauf hilfreich sind und sie sich deshalb nicht gleich intern überschätzen. Englische Berufsbezeichnungen, wie Sales Manager Hungary oder Country Manager Hungary sind sehr beliebt.

Zeitmanagement

Ungarn sind pünktlich, aber nicht überpünktlich. Unter Zeitdruck gesetzt zu werden, haben sie nicht sehr gern. Oft fühlen sie sich bemüßigt, den Grund für ihre Verspätung zu erklären, und es fällt dem österreichischen Geschäftspartner dann schwer zu verstehen, warum ihm die Gründe dafür, Stau, Krankheit des Kindes, so detailliert mitgeteilt werden. 

Ungarn zeichnen sich dadurch aus, dass sie vieles gleichzeitig erledigen. Es kann durchaus vorkommen, dass bei Verhandlungen die Telefone läuten, geschäftliche oder private Gespräche geführt werden, Mitarbeiter anklopfen und Fragen stellen. 

Ungarn planen nicht so viel voraus wie Österreicher, dank ihres Improvisationstalents erledigen sie viele Aufgaben erst in letzter Minute. Termine werden sehr oft kurzfristig angesetzt oder spontan wieder abgesagt. Ihr ungarischer Partner ist aber auch zugunsten Ihres Terminkalenders flexibel: Bei kurzfristigen Terminänderungen wird er versuchen, sich nach Ihrem Zeitplan zu richten. Langfristige (Abgabe-)Termine bergen die Gefahr, dass sich die Mitarbeiter erst kurz vor dem Termin mit den Aufgaben beschäftigen, chaotisch werden und die Termine nicht einhalten können. Besser ist es, die Aufgaben mit kürzeren Terminen vorzugeben.

 

Geschäftsbeziehungen aufbauen

Ungarn sind in ihrer verbalen und nonverbalen Kommunikation eher extrovertiert, Charme und Ausstrahlung bestimmen ihr Auftreten. Sie pflegen einen liebenswürdigen Umgangston, der auch in schwierigen Situationen beibehalten wird. 

Ungarn neigen zu einem indirekten Kommunikationsstil. Das Wort „nein“ verwenden sie nicht gern. Bekommen Sie von Ihrem ungarischen Mitarbeiter kein eindeutiges „ja“ zur Antwort, sondern nur ein „vielleicht“ oder „es ist möglich“, können Sie davon ausgehen, dass er eigentlich „nein“ meint. Auch eine Notlüge muss manchmal für eine als unhöflich empfundene direkte Absage herhalten. 

Probleme entstehen häufig aufgrund der unterschiedlichen Bewertung der Inhalts- und der Beziehungsebene. Während z.B. ein ausländischer Manager eine vereinbarte Leistung einfordert, fühlt sich der ungarische Mitarbeiter als Mensch angegriffen. Ungarische Mitarbeiter erwarten häufig, dass der Chef errät, was sie bedrückt. Falls das nicht der Fall ist, kann es leicht geschehen, dass sie sich missverstanden fühlen und sich zurückziehen. Mit offener Kritik können Ungarn schwer umgehen. Die Kritik muss immer geschickt verpackt werden, damit der Kritisierte sein Gesicht wahren kann. 

Zur Begrüßung gehört obligatorisch ein Händedruck. Man spricht sich zunächst mit dem Familien-, dann dem Vornamen an, Visitenkarten sind auf dieselbe Weise gestaltet, ausgenommen Visitenkarten in englischer Sprache. Duzen ist sehr verbreitet, auch gegenüber Vorgesetzten und älteren Kollegen, denen aber trotzdem Respekt entgegengebracht wird. In Ungarn wird sehr viel Wert auf Höflichkeit gelegt. Wörter wie „köszönöm“ (danke), „kérem“ (bitte) und „bocsànat“ (Entschuldigung) sollten Sie daher unbedingt kennen.

Zur Kontaktpflege empfiehlt es sich, jeden kleinen Anlass zu nutzen, zum Beispiel den Namenstag eines Mitarbeiters. Der persönliche, freundschaftliche Kontakt und die Verlässlichkeit werden sehr geschätzt. Ein Geschäftsmann wird in Ungarn weiterempfohlen, wenn er „rendes és meg¬bízható“ ist, also anständig und verlässlich. Die Umgangsformen sind generell eher konservativ.

Ungarn gelten auch als sehr großzügig und erwarten dies auch von ihren Geschäftspartnern. Beim Geschäftsessen oder Gastgeschenken zu sparen kommt nicht gut an. 

Verhandlungen führen 

Verhandlungen dauern in Ungarn im Regelfall länger, als etwa in angelsächsischen Ländern. Zu schnell zur Sache oder zum eigentlichen Punkt zu kommen, gilt als unhöflich. Führen Sie zu Beginn lieber etwas Smalltalk über die Landschaft oder das gute ungarische Essen. Längere Monologe oder Anekdoten sind bei Verhandlungsgesprächen durchaus üblich, planen Sie planen Sie daher mehr Zeit ein. 

Ihr Ansprechpartner in Ungarn

Zsolt Szinte

Geschäftsführer, ecoplus International Ungarn

Sie haben Fragen?

Unsere Ansprechpartner kümmern sich gerne um Ihre Anliegen:

ecoplus International GmbH
Herrengasse 13
1010 Wien

Büroadresse Niederösterreich:
Niederösterreich-Ring 2, Haus A
3100 St. Pölten